Zinsformen – Erklärungen zu den einzelnen Zinsvarianten

Bei der Auswahl der Baufinanzierung gibt es eine ganze Reihe verschiedener Möglichkeiten, die jeweils spezielle Vor- und Nachteile mit sich bringen. Die gängigste Form stellt dabei das sogenannte Hypothekendarlehen dar, aber man kann in bestimmten Situationen auch auf endfällige Darlehen zurückgreifen oder Immobilienfinanzierungen auswählen, die variable Zinssätze mit sich bringen. Dazu kommen die Optionen, vorher einen Bausparvertrag in Anspruch zu nehmen oder sich durch ein Forward-Darlehen die günstigen Zinssätze der Gegenwart für die Zukunft zu reservieren. Nachfolgend sollen deshalb die wichtigsten Darlehensarten zusammen mit unterschiedlichen Zinsformen etwas genauer unter die Lupe genommen werden, um dem interessierten Leser eine entsprechende Hilfestellung zu bieten.

Das Hypothekendarlehen – standardmäßig mit konstantem Zinssatz

Die Standardform der Baufinanzierung stellt heute in Deutschland das Hypothekendarlehen dar. Dabei wird vorher eine bestimmte Zinsbindung vereinbart, während derer die Zinsen auf einem konstanten Niveau verweilen. Dafür besteht in diesem Zeitraum auch nicht die Möglichkeit, den Kredit einfach so abzulösen, sondern es wird eine Vorfälligkeitsentschädigung berechnet, die zum Teil sehr teuer ausfallen kann. Der konstante Zinssatz gibt dem Kreditnehmer eine gewisse Sicherheit und sorgt zudem dafür, dass man von den Entwicklungen an den Geld- und Finanzmärkten unabhängig ist.

Variable Baukredite – Risiko und Chance zugleich

Natürlich besteht heute auch die Möglichkeit, einen Baukredit in Anspruch zu nehmen, bei dem ein variabler Zins vereinbart wird. Im Regelfall läuft das Ganze so ab, dass der Zinssatz an die Entwicklung auf dem Kapitalmarkt angepasst wird. Interessenten, die während der Laufzeiten immer wieder größere Sondertilgungen vornehmen möchten und zudem von einem zukünftigen sinkenden Zinsniveau ausgehen, haben mit einem variablen Baukredit die Möglichkeit, viel Geld einzusparen. Im Gegenzug besteht natürlich auch immer das Risiko, dass die Zinsentwicklung anders ausfällt und man letztlich sehr hohe Zinsen zahlen muss. Bei einer solchen Variante muss jeder selbst entscheiden, ob er die Risiken eingehen möchte oder lieber auf die sicherere Alternative mit konstantem Zinssatz setzt.



Endfällige Darlehen – mit einem Bausparvertrag unter Umständen interessant

Neben den oben genannten Möglichkeiten der Baufinanzierung gibt es natürlich auch noch die Option, einen Bausparvertrag in Anspruch zu nehmen, um später ein günstiges Baufinanzierungsangebot zu erhalten. Wenn das Bauvorhaben jedoch nicht warten kann und man trotzdem diese Alternative wählen möchte, besteht die Möglichkeit, zur Zwischenfinanzierung ein endfälliges Darlehen, welches man später durch das Bauspardarlehen ersetzt. Während der Laufzeit fallen dann lediglich Zinsen an, aber die Tilgung wird erst zum Schluss geleistet.

Das Forward-Darlehen – heute den Kredit aufnehmen und später nutzen

Ein Forward-Darlehen ist immer dann sehr interessant, wenn die Zinskonditionen aktuell attraktiv sind, die eigene Finanzierung jedoch erst in einigen Monaten bis Jahren durchgeführt werden kann. In solchen Fällen besteht nämlich durch das Forward-Darlehen die Möglichkeit, sich den heutigen Zinssatz für die Zukunft zu reservieren. Für die Wartezeit müssen jedoch sogenannte Bereitstellungszinsen gezahlt werden, die sich zwischen 0,2 und 0,4% bewegen. Trotzdem kann man auf diesem Weg mitunter einiges an Geld sparen, wenn die Zinsen in der Zukunft tatsächlich steigen und man selbst von den attraktiven Zinssätzen aus der Vergangenheit profitiert. Wie man sieht, gibt es viele verschiedene Möglichkeiten für eine Baufinanzierung und die verschiedenen Zinsformen bieten für jede Situation passende Optionen.